Im Jahr 2026 feiert das ATB Bremen sein 35-jähriges Bestehen in den Bereichen angewandte Forschung,…
3D-CIRCULAR bringt digitale Bildung zur Kreislaufwirtschaft auf die UNESCO-Lehrstuhlkonferenz
Das europäische Projekt 3D-CIRCULAR wird an der Internationalen UNESCO-Lehrstuhlkonferenz 2026 teilnehmen, die vom 30. September bis zum 2. Oktober an der Technischen Universität Dortmund stattfindet.
Unter dem Motto „Internationale Zusammenarbeit in der Hochschulbildung und der beruflichen Bildung – Die Lücke zwischen Theorie und Praxis der SDGs schließen“ wird die Konferenz Forscher, Pädagogen, politische Entscheidungsträger und Praktiker zusammenbringen, die sich mit internationaler Bildung, beruflicher Bildung und nachhaltiger Entwicklung befassen. 3D-CIRCULAR wird seine Sichtweise dazu einbringen, wie die Hochschulbildung die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft mit fortschrittlichen digitalen Technologien und den praktischen Anforderungen der Industrie verbinden kann. LinkedIn Kompetenzen für den ökologischen und digitalen Wandel
Europas Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft verändert die in der Industrie geforderten Kompetenzprofile. Fachkräfte müssen zunehmend nicht nur Ressourceneffizienz, Lebenszyklusdenken und kreislauforientierte Geschäftsmodelle verstehen, sondern auch die digitalen Technologien, die diese Ansätze umsetzbar machen.
Datenanalysen können aufzeigen, wo Material und Energie verloren gehen. Künstliche Intelligenz kann die Prozessoptimierung und Entscheidungen zum Lebenszyklus unterstützen. Digitale Produktpässe können Produktinformationen über Organisationsgrenzen hinweg zugänglich machen. Digitale Zwillinge können Anwendern helfen zu analysieren, wie sich Produkte, Produktionssysteme und Gebäude unter verschiedenen Bedingungen verhalten.
Diese Themen werden oft getrennt voneinander unterrichtet. 3D-CIRCULAR schließt die daraus resultierende Kompetenzlücke, indem es ein Bildungsökosystem entwickelt, das Wissen zur Kreislaufwirtschaft mit Deep-Tech-Kompetenzen verbindet.
Das Projekt bringt 32 Organisationen aus 14 europäischen Ländern zusammen, darunter Universitäten, Forschungszentren, Industrieverbände und Technologieanbieter. Es entwickelt Postgraduiertenprogramme und kürzere Zertifizierungswege für Studierende, Forschende und erfahrene Fachkräfte. Das Projekt wurde mit dem STEP-Siegel der Europäischen Kommission ausgezeichnet und wird im Rahmen des Programms „Digital Europe“ durch die Fördervereinbarung Nr. 101226256 finanziert. 3D-CIRCULAR Verbindung von akademischer Ausbildung und industrieller Praxis
Die UNESCO-Lehrstuhlkonferenz bietet einen geeigneten Rahmen für die Vorstellung dieses Ansatzes. Ihr Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit zwischen Hochschulbildung, technischer und beruflicher Bildung sowie der praktischen Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung spiegelt die zentrale Herausforderung wider, der sich 3D-CIRCULAR stellt.
Die Ausbildung im Bereich Kreislaufwirtschaft muss fachlich fundiert sein, darf aber auch nicht den Blick auf die Entscheidungen verlieren, vor denen Unternehmen und öffentliche Organisationen stehen. Die Lernenden benötigen Gelegenheiten, sich mit realistischen Problemen, industriellen Daten und Beispielen aus tatsächlichen Wertschöpfungsketten auseinanderzusetzen.
Das Projekt entwickelt daher Lehrformate, die akademisches Wissen, digitale Werkzeuge und industrielle Erfahrung miteinander verbinden. Seine Online-Programme sollen Fortbildungen über nationale und fachliche Grenzen hinweg zugänglich machen.
Die Rolle des ATB im gemeinsamen digitalen Campus
Das ATB Bremen trägt zur Entwicklung des einheitlichen digitalen Campus bei, der die 3D-CIRCULAR-Programme unterstützen wird.
Der Campus wird einen gemeinsamen Zugang zu Lernmaterialien, Kursen und Kooperationsaktivitäten bieten, die von verschiedenen Mitgliedern des europäischen Konsortiums bereitgestellt werden. Dies erfordert mehr als ein herkömmliches Dokumentenarchiv. Bildungsinhalte, Nutzerinformationen und Dienste müssen so integriert werden, dass sie unterschiedliche Institutionen, Lernpfade und Teilnehmergruppen unterstützen.
Die ATB bringt Erfahrung mit interoperablen Softwareplattformen, Wissensmanagement und der Integration verteilter digitaler Dienste ein. Ihre Arbeit wird dazu beitragen, das technische Umfeld zu schaffen, über das Lernende, Lehrende und Vertreter der Industrie die Bildungsangebote des Projekts nutzen können.
Der digitale Campus soll zudem den Transfer von Forschungs- und Industriewissen in die Lehre unterstützen. Dadurch können neu entwickelte Methoden Studierenden und Fachleuten zur Verfügung gestellt werden, ohne dass abgewartet werden muss, bis sie in herkömmliche Lehrpläne aufgenommen werden.
Internationale Zusammenarbeit als Teil der Lösung
Die für eine digital gestützte Kreislaufwirtschaft erforderlichen Kompetenzen können nicht von einer einzelnen Hochschule oder einem einzelnen Land entwickelt werden. Materialien, Produkte und Wertschöpfungsketten überschreiten nationale Grenzen, während spezialisiertes Fachwissen über ganz Europa verteilt ist.
3D–CIRCULAR nutzt diese Vielfalt als Ressource. Sein Konsortium vereint verschiedene Bildungssysteme, Industriezweige und technische Fachrichtungen. Die UNESCO–Lehrstuhlkonferenz bietet die Gelegenheit zu erörtern, wie eine solche Zusammenarbeit Bildungsangebote hervorbringen kann, die akademisch glaubwürdig, für die Industrie relevant und für ein breiteres europäisches Publikum zugänglich sind.
Im Anschluss an die Konferenz werden die ATB und die 3D–CIRCULAR–Partner die Entwicklung des digitalen Campus sowie der Bildungs– und Zertifizierungswege des Projekts fortsetzen.
Veranstaltungsdetails
- Veranstaltung: Internationale UNESCO-Lehrstuhlkonferenz 2026
- Termine: 30. September bis 2. Oktober 2026
- Veranstaltungsort: Technische Universität Dortmund, Deutschland
- Thema: Internationale Zusammenarbeit in der Hochschulbildung und der beruflichen Bildung – Überbrückung der Kluft zwischen Theorie und Praxis der SDGs
- Projekt: 3D-CIRCULAR – Digitale, Deep-Tech-getriebene Kreislaufwirtschaft